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McLaren ist ein Rennteam, das in der Formel 1 an den Start geht. Es wurde 1965 vom Neuseeländer Bruce McLaren gegründet und nimmt seit dem Großen Preis von Monaco der Saison 1966 an der F1-Weltmeisterschaft teil. Im Jahre 1970 verunglückte der Gründer bei Testfahrten der nordamerikanischen CanAm-Serie tödlich, die er zusammen mit seinem Landsmann und F1-Kollegen Denis Hulme jahrelang dominierte ("Bruce&Denny-Show").

Geschichte

Der erste Grand-Prix-Sieg des noch jungen McLaren-Teams gelang dem Gründer selbst - und zwar 1968 im belgischen Spa-Francorchamps. Sein Teamkollege und amtierender Formel 1-Weltmeister Denis Hulme steuerte zwei weitere Siege in der gleichen Saison bei, mit der sich McLaren unter den Top-Teams der Serie etablierte.

1970er

Als "Yardley-McLaren" war das Auto ein Trendsetter für kombinierte Namen aus Industrie und Rennstall zu Beginn der 70er Jahre. Der Kosmetikhersteller wurde aber bald abgelöst von Marlboro. Die weiß-rote Lackierung (analog zur Zigarettenpackung) ist untrennbar mit vielen Erfolgen des Teams bis in die 90er Jahre verbunden. Mit dem Modell M23 wurde der Brasilianer Emerson Fittipaldi 1974 erstmals Weltmeister, und auch James Hunt im Jahr 1976 kam in diesem Modell zu Weltmeister-Ehren.

1980er

McLaren T.A.G. Porsche (1985), hier im Zuffenhäuser Porsche-Museum
McLaren T.A.G. Porsche (1985), hier im Zuffenhäuser Porsche-Museum

Anfang der 1980er Jahre kaufte Ron Dennis, der ehemalige Mechaniker von Jochen Rindt, das inzwischen erfolglose Team McLaren auf und fusionierte es mit seinem Project 4. Alle F1-Fahrzeuge werden seither “MP4” benannt. Das F1-Team firmiert inzwischen als Tochterfirma der McLaren Group unter dem Namen McLaren Racing und hat seinen Sitz - neben anderen Tochterfirmen der Gruppe - im neu errichteten McLaren Technology Centre in Woking/GB.

Mit von Porsche konstruierten und von TAG finanzierten Turbo-Motoren wurde von 1984 bis 1986 die Fahrer-WM gewonnen (1984 Niki Lauda; 1985, 1986 Alain Prost). Ab 1987 stellte Honda die dominierenden Motoren in der Formel 1. McLaren konnte Honda beim Konkurrenzteam Williams nach deren Titelgewinn 1987 abwerben und in der Folge mit deren Triebwerk alle Titel zwischen 1988 und 1991 gewinnen. Dabei bot McLaren in den Jahren 1988 und 1989 die wohl legendärste Fahrerpaarung der Formel-1-Historie auf. 1988 gewannen Ayrton Senna und Alain Prost im MP4/4 15 von 16 Rennen und Senna wurde mit knappem Vorsprung zum ersten Mal Weltmeister. Im Folgejahr konnte sich dafür Prost im MP4/5 revanchieren und den Titel gewinnen.

1990er

Nachdem der Franzose Ende der Saison 1989 das Team verlassen hatte, gewann Senna in den Folgejahren 1990 und 1991 zwei weitere Titel. Im Winter 1991 gab Honda den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt, der Honda V12 wurde nicht mehr für 1992 weiter entwickelt. In der Saison 1992 waren die McLaren MP4/7A nicht mehr das Maß der Dinge. Nigel Mansell dominierte mit dem Williams-Team dank überlegener Fahrwerkstechnik und sicherte sich frühzeitig den Weltmeistertitel. Das Ex-Weltmeister-Team McLaren konnte ab 1993 über keine werksunterstützten Motoren verfügen und musste sich für den MP4/8 mit einem V8-Kundenmotor von Ford begnügen. Doch hatte selbst Ayrton Senna keine Chance gegen die "Wunderautos" von Williams mit dem neuen Top-Motor von Renault. Es ist unter anderem Sennas fahrerischen Leistungen zu verdanken, dass McLaren noch nicht völlig unterging. Im Jahre 1994 setzte McLaren auf Triebwerke von Peugeot, die aber nicht an das Niveau ihres französischen Mitbewerbers heranreichten.

McLaren-Mercedes von 1998
McLaren-Mercedes von 1998

Seit 1995 stattete Mercedes das McLaren-Team mit bei Ilmor produzierten Motoren aus. Als nach 1996 der langjährige Werbe-Partner Marlboro zu Ferrari wechselte, wurden die Testfahrten in der Winterpause in der orangefarbenen Lackierung der Gründerjahre absolviert. Kurz vor Saisonbeginn 1997 brachte der neue Tabak-Sponsor West eine schwarz-weiß-orangefarbene Lackierung ein, die mit einigen Silbertönen ergänzt wurde. Damit gelang David Coulthard ein Sieg beim Saisonauftakt in Australien. Der Mythos der Mercedes Silberpfeile, die in den 1930er und 1950er Jahren im Automobilsport dominierten und auch jeweils ihre ersten Rennen gewonnen hatten, wurde hiermit neu belebt - 17 Jahre nach dem Tod von Rennleiter Alfred Neubauer. Seither werden die in England gebauten Fahrzeuge in Anlehnung an die legendären Mercedes-Rennwagen gerne von Presse, Fans und auch dem Werk selbst als Silberpfeile bezeichnet. Coulthard konnte 1997 auch einen Sieg in Monza erringen, während der schon länger zum Team gehörende Finne Mika Häkkinen sein erstes Rennen erst beim Saisonfinale in Jerez gewinnen konnte, wobei die Konkurrenz nicht ganz unbeteiligt war. Nach den Regeländerungen von 1998 konnte der Finne mit dem McLaren die folgenden zwei Jahre dominieren. Er holte 1998 und 1999 die Fahrerweltmeisterschaft, und 1998 ging auch die Konstrukteursweltmeisterschaft an McLaren-Mercedes.

2000er

Ab der Saison 2000 dominierte vorübergehend Ferrari. Da jedoch die Ressourcen dank einer 40%-Beteiligung seitens Mercedes am Team gesichert waren, konnte McLaren immer wieder intensiv entwickeln und auch nach Durststrecken wieder Rennen gewinnen. Der „neue Finne“ Kimi Räikkönen wurde 2003 nur knapp von Michael Schumacher im letzten Rennen geschlagen und wurde mit zwei Punkten Rückstand Vizeweltmeister.

2005

2005 galt Räikkönen neben seinem neuen Teamkollegen Juan Pablo Montoya als der schnellste Mann im Feld, aber die mangelnde Zuverlässigkeit des McLaren-Mercedes MP4-20 verschaffte den zuverlässigen Renault und dem nicht minder fehlerlosen Fernando Alonso schon früh in der Saison einen letztendlich uneinholbaren Vorsprung. Zudem verließ der Sponsor West zur Saisonmitte das Team aufgrund der Tabakwerbe-Regelungen. Die langjährige Corporate Identity wurde jedoch bisher beibehalten.

2006

Die Saison 2006 wurde für McLaren zur großen Enttäuschung. Mit Titelambitionen gestartet, konnte man zum ersten Mal seit 1996 keinen Saisonsieg für sich verbuchen. Obwohl Montoya in dieser Saison mit dem 2. Platz in Monaco für das beste Resultat sorgte, wurde er nach dem Großen Preis der USA entlassen und durch Pedro de la Rosa ersetzt. Ohne Ron Dennis zu informieren hatte Montoya bereits eine Stunde nach dem USA-GP einen Vertrag bei Chip Ganassi für die NASCAR-Serie (Saison 2007) unterschrieben. Er fühlte sich nach diversen Vorfällen, unter anderm im Kanada-GP, vom Team ungerecht behandelt. Das Team wiederum behauptete ihn aufgrund mangelder Leistung entlassen zu haben. Ende Saison verliess auch Kimi Raikkonen das Team und wechselte zu Ferrari.

McLaren-Mercedes des Jahres 2006 bei Stars and Cars
McLaren-Mercedes des Jahres 2006 bei Stars and Cars

Am 24. November 2006 bestätigte McLaren-Mercedes Lewis Hamilton offiziell als zweiten Fahrer neben Fernando Alonso und damit auch die eigene Förderpolitik der zurückliegenden Jahre. Er konnte sich gegen den langjährigen Testfahrer Pedro de la Rosa durchsetzen, der die letzten Rennen 2006 für Montoya fuhr und nun wieder Testfahrer ist.[1]

Am 29. November 2006 stieg Mika Häkkinen nach einer fünfjährigen Pause für das McLaren-Team wieder in einen Formel-1-Wagen. Er sollte sich damit am Wintertestprogramm für die kommende Formel-1-Saison beteiligen, doch nach einem eher enttäuschendem letzten Platz beim Test in Barcelona scheint das Kapitel Formel 1 für Häkkinen abgeschlossen.

Am 15. Dezember 2006 stieg Alonso, nach langen Verhandlungen mit Renault um eine vorzeitige Freigabe, erstmals in einen McLaren.

2007

Am 12. Januar 2007 meldet die Presse, dass Ron Dennis und Mansour Ojjeh jeweils die Hälfte ihrer Anteile an McLaren-Mercedes an das Königshaus von Bahrain verkaufen. Der größte Eigner, Mercedes mit 40 Prozent, kann Pläne zur Komplett-Übernahme nicht durchsetzen. Die Anteile verteilen sich nun wie folgt: Mercedes 40 Pozent, Bahrainisches Königshaus 30 Prozent, Ron Dennis 15 Prozent, Mansour Ojjeh 15 Prozent.

Am 13. September wurden McLaren in einer zweiten Anhörung von der FIA wegen einer Spionageaffäre, bei der technische Daten vom ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney an McLarens mittlerweile suspendierten Chefdesigner Mike Coughlan weitergegeben worden waren, alle Punkte in der Konstrukteurswertung aberkannt. Zusätzlich wurde das Team zu einer Geldstrafe in Höhe von 100 Millionen US-$ verurteilt. Die Fahrer Alonso und Hamilton behalten ihre Punkte. In einer ersten Anhörung am 26. Juli war das Team noch aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. [2][3]

F1 Jahre in Zahlen

Stand 27. September 2007

Saison Chassis Motor Punkte Siege Poles FLs WM-Rang Fahrer
1966 M2B Italy Serenissima
the United Kingdom Ford Cosworth
3 - - - 9. New Zealand Bruce McLaren (WM-16.)
1967 M4B/5A the United Kingdom BRM 3 - - - 10. New Zealand Bruce McLaren (WM-14.)
1968 M5A/7A the United Kingdom BRM
the United Kingdom Ford Cosworth
59 3 - - 2. New Zealand Denis Hulme (WM-3.)
New Zealand Bruce McLaren (WM-5.)
the United States Dan Gurney (WM-21.)
Sweden Joakim Bonnier (WM-22.)
1969 M7A/7B/7C/9A the United Kingdom Ford Cosworth 49 1 - - 4. New Zealand Bruce McLaren (WM-3.)
New Zealand Denis Hulme (WM-6.)
the United Kingdom Vic Elford (WM-14.)
South Africa 1928-1994 Basil van Rooyen (-)
the United Kingdom Derek Bell (-)
1970 M7C/7D/14A/14D the United Kingdom Ford Cosworth
Italy Alfa Romeo
36 - - 1 5. New Zealand Denis Hulme (WM-4.)
New Zealand Bruce McLaren (WM-14.)
the United Kingdom John Surtees (WM-18.)
the United Kingdom Peter Gethin (WM-22.)
the United States Dan Gurney (WM-22.)
Italy Andrea de Adamich (-)
Sweden Joakim Bonnier (-)
1971 M7C/14A/19A the United Kingdom Ford Cosworth 13 - - 1 6. New Zealand Denis Hulme (WM-12.)
the United States Mark Donohue (WM-16.)
the United Kingdom Peter Gethin (WM-9.)
Sweden Joakim Bonnier (-)
the United Kingdom Jackie Oliver (-)
the United Kingdom David Hobbs (-)
1972 M19A/19C the United Kingdom Ford Cosworth 66 1 1 1 3. New Zealand Denis Hulme (WM-3.)
the United States Peter Revson (WM-5.)
the United Kingdom Brian Redman (WM-14.)
South Africa 1928-1994 Jody Scheckter (-)
1973 M19C/23 the United Kingdom Ford Cosworth 68 3 1 3 3. the United States Peter Revson (WM-5.)
New Zealand Denis Hulme (WM-6.)
Belgium (civil) Jacky Ickx (WM-9.)
South Africa 1928-1994 Jody Scheckter (-)
1974 M23 the United Kingdom Ford Cosworth 87 4 2 1 1. Brazil Emerson Fittipaldi (Weltmeister)
New Zealand Denis Hulme (WM-7.)
the United Kingdom Mike Hailwood (WM-11.)
the United Kingdom Dave Charlton (-)
the United Kingdom David Hobbs (-)
Germany Jochen Mass (-)
1975 M23 the United Kingdom Ford Cosworth 65 3 - 2 3. Brazil Emerson Fittipaldi (WM-2.)
Germany Jochen Mass (WM-8.)
the United Kingdom Dave Charlton (-)
1976 M23/26 the United Kingdom Ford Cosworth 88 6 8 3 2. the United Kingdom James Hunt (Weltmeister)
Germany Jochen Mass (WM-9.)
1977 M23/26 the United Kingdom Ford Cosworth 65 3 6 3 3. the United Kingdom James Hunt (WM-5.)
Germany Jochen Mass (WM-6.)
Spain Emilio de Villota (-)
the United States Brett Lunger (-)
Canada Gilles Villeneuve (-)
Italy Bruno Giacomelli (-)
1978 M23/26 the United Kingdom Ford Cosworth 16 - - - 8. the United Kingdom James Hunt (WM-13.)
France Patrick Tambay (WM-14.)
the United States Brett Lunger (-)
Italy Bruno Giacomelli (-)
Brazil Nelson Piquet (-)
1979 M26/28/28B/28C/29 the United Kingdom Ford Cosworth 15 - - - 7. the United Kingdom John Watson (WM-9.)
France Patrick Tambay (-)
1980 M29B/29C/30 the United Kingdom Ford Cosworth 11 - - - 9. the United Kingdom John Watson (WM-11.)
France Alain Prost (WM-16.)
1981 M29F/MP4/1 the United Kingdom Ford Cosworth 28 1 - 1 6. the United Kingdom John Watson (WM-6.)
Italy Andrea de Cesaris (WM-18.)
1982 MP4/1B the United Kingdom Ford Cosworth 69 4 - 2 2. the United Kingdom John Watson (WM-3.)
Austria Niki Lauda (WM-5.)
1983 MP4/1C/1E the United Kingdom Ford Cosworth
Germany TAG-Porsche
34 1 - 2 5. the United Kingdom John Watson (WM-6.)
Austria Niki Lauda (WM-10.)
1984 MP4/2 Germany TAG-Porsche 143,5 12 3 8 1. Austria Niki Lauda (Weltmeister)
France Alain Prost (WM-2.)
1985 MP4/2B Germany TAG-Porsche 90 6 2 6 1. France Alain Prost (Weltmeister)
Austria Niki Lauda (WM-10.)
the United Kingdom John Watson (-)
1986 MP4/2C Germany TAG-Porsche 96 4 2 2 2. France Alain Prost (Weltmeister)
Finland Keke Rosberg (WM-6.)
1987 MP4/3 Germany TAG-Porsche 76 3 - 2 2. France Alain Prost (WM-4.)
Sweden Stefan Johansson (WM-6.)
1988 MP4/4 Japan Honda 199
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